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  • nati622

Herbscht und Winter

Aktualisiert: 18. März 2021


Es war unglaublich schön, das erste Mal zu sehen wie sich die Bäume auf den Bergen in allen möglichen Farben präsentierten! Die Rehe kamen öfter zu Besuch, wir füllten früh schon die Vogelhäuschen auf (Mitte Oktober, sonst kommen den ganzen Winter keine Vögel). Die Eichhörnchen kamen um Vogelfutter zu stibitzen.


Wir waren bereits ein eingespieltes Team was den Ablauf mit den Tieren anging. Es fühlte sich so an, als wohnten wir schon immer da. Ein wundervolles Gefühl!


Die Ziegen durften wieder auf die Winterweide kommen. Baldrian wurde immer schwächer, man muss dazu sagen, dass er eine relativ alte Majestät war mit seinen inzwischen 19 Jahren. Wir hatten schon ein paar Mal mit dem Tierarzt zu tun, weil er z.B. wiederholt eine Breiniere hatte. Wir mussten uns langsam auf einen Abschied vorbereiten.

Traurig weil wir uns immer mehr mit ihm angefreundet hatten. Wir hörten in dieser Zeit viele alte Geschichten von ihm. Er war hier auf dem Hof zur Welt gekommen. Im ganzen Dorf und darüber hinaus kannten die Leute ihn. Er war auch schon oft ausgebüxt und wollte sich nicht fangen lassen. Auch vier Männer konnten ihn kaum bändigen, er stellt sich einfach auf seine Hinterbeine und war schon sehr imposant mit seinen Hörnern. Inzwischen war er aber sehr ruhig geworden. Wir gingen oft mit ihm spazieren, nicht weit, da er nicht mehr so gut laufen konnte. Aber so frass er immerhin noch etwas. Das zuvor immer so geliebte Emd wollte er nicht mehr fressen.

Es war eine schöne, intensive und lehrreiche letzte Zeit mit ihm die wir nie vergessen werden. Er war der König hier auf dem Hof, so wird er uns immer in Erinnerung bleiben und er fehlt uns noch sehr oft. Am 22.10.2019 mussten wir uns für immer verabschieden. Es war unglaublich traurig für mich, da ich mein Herz so schnell an ein Tier verliere. Auch wenn es mit Baldrian am Anfang eher schwer war, war er doch ein Teil unserer Familie geworden. Wie inzwischen alle Tiere hier auf dem Hof.


Wir trösteten uns indem wir viel Zeit mit den anderen Geissen verbrachten. Wir gingen zum ersten mal mit ihnen spazieren, ohne Leinen aber bepackt mit ein paar Leckerlis um sie zu „bestechen“ wenn sie nicht hören wollten. Das war ab sofort unser neues Hobby und in jeder freien Minute gingen wir mit den „Stritzi's“ den Wald unsicher machen.


Der Winter war ein eher milder. Wenig Schnee, vielleicht ein oder zweimal war es etwas gezuckert. Anfang des neuen Jahres beschlossen wir, das Chalet das noch leer stand als Ferienhaus zu vermieten. Wir waren Feuer und Flamme für diese Idee. So begannen wir mit dem Umbau des Häuschens obwohl man eigentlich nicht sehr viel machen musste. Wir beschlossen den Teppichboden im Erdgeschoss zu entfernen. Dabei bemerkte Patrik das der Holzofen im Wohnzimmer defekt war. Also musste ein neuer her. Zum Glück fanden wir sofort ein günstiges Ausstellungsmodell. Da wir nicht wussten, ob überhaupt jemand bei uns Ferien buchen wird, wollten wir uns etwas zurückhalten mit Investitionen. Patrik konnte vieles selber machen. Um den neuen Boden zu verlegen kamen dann aber Freunde zu Hilfe. Es folgten ein neuer Anstrich im Wohnzimmer und ein paar Möbel. Nach einigen Monaten war das „Zyläli“ bereit für die ersten Gäste.

Gleichzeitig baute Patrik auch ein kleines „Schöpfli“ zu einem Hühnerstall um denn wir bekamen die Gelegenheit eine ganze Hühnerschar mit zwei Güggeln zu übernehmen. Die Vorbesitzer wussten nicht wohin mit ihnen.


Dank Corona hatten wir mehr Zeit uns diesen Projekten zu widmen. Auch der Wunsch nach einem grossen Gemüsegarten kam wieder. Auch dieses Projekt wollten wir in diesem Jahr ausbauen.


Wir konnten es kaum erwarten dass es wieder Frühling wird.









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